Das 'Pick-By-Light' und Radiofrequenz-Terminal-System von Belgravium in Betrieb bei

EMI Music haben ihr zentrales Verteilerzentrum von Hayes nach Leamington Spa verlegt. Für diese Neuinvestition mußte eine neue Anlage auf einem bisher unbebautem Grundstück geschaffen werden, um den genauen Anforderungen des Unternehmens zu entsprechen.

Die neue 10.000 m² Einrichtung benötigte ein völlig integriertes computergesteurtes System, um die bisherigen zeitaufwendigen Abläufe auf dem 17.000m² Areal in Hayes zu ersetzen.

Das neue Lager ermöglicht einen höheren Güterdurchlauf und bietet eine schnellere Abfertigung von Bestellungen bzw. Lieferungen. Hier gibt es 150 Mitarbeiter anstelle der 250 in dem früheren Zentrum in Hayes.

Zu Stoßzeiten fertigt Leamington 2.500 Bestellungen pro Tag ab. Jede Bestellung umfaßt durchschnittlich 25 bis 30 Produkte. Daran erkennt man, wie aufwendig die Zusammenstellung der Bestellungen ist. Ein Großteil dieser Zusammenstellungsarbeit wird von 30 Mitarbeitern mit Hilfe eines fortschrittlichen „Pick-by-Light“-Systems erledigt, das an 5.000 Warenselektionspunkten installiert worden ist.

Pick-by-Light Betrieb
On-line vom Lagerhaltungssystem (WMS) erhält jeder Zusammenstellungsbereich einen Kundenbestellungskarton über das Fließbandsystem. Bevor der Karton den Zusammenstellungsbereich erreicht, ist der Barcode des Kartons bereits eingelesen und an das WMS übertragen worden. Das WMS wiederum überträgt die jeweiligen Bestellungen, die für jenen Kunden aus diesem Bereich zusammenzustellen sind. Belgravium hat in jedem Zusammenstellungsbereich ein Aisle Control Unit (ACU) oder Bereichskontrollgerät) installiert. Dieses Gerät erhält die Bestellungsinformationen und steuert das durch Licht betriebene System an den Lagerregalen.

Der Mitarbeiter, der die Bestellung zusammenstellt, bestätigt per Knopfdruck auf den beleuchteten Schalter, daß er die entsprechende Auswahl getroffen hat. Darauf geht die Lampe aus, und es wird die nächste zu treffende Wahl sofort übertragen, wonach die nächste Auswahllampe aufleuchtet. Auf diese Weise entfallen sämtliche schriftliche Unterlagen, und die Bestellung kann unbehindert und schnell zusammengestellt werden. Zur Zeit schaffen es die Mitarbeiter, bis zu 250 Gegenstände in der Stunde auszuwählen. Das System ist für eine zukünftig höhere Kapazität von bis zu 500 Gegenständen pro Stunde konzipiert.

Karussellbetrieb
In anderen Zusammenstellungsbereichen für Produkte mit weniger hohem Umsatz werden auch horizontale Karussells eingesetzt. Mit Hilfe der Karussellsteuergeräten von Belgravium können die Bestellungen ebenfalls ohne jegliche schriftliche Unterlagen zusammengestellt werden. Ein Mitarbeiter arbeitet stets mit zwei Karussells. Er trifft seine Auswahl von dem einen, während das andere den Förderkorb für die nächste Auswahl positioniert.

Radiofrequenz-Terminal-Betrieb
Nachdem jede Auswahl an das WMS bestätigt wird, aktualisiert das System die Inventur für jeden Standort, damit die Nachfüllung online geschehen kann. Das WMS koordiniert die Nachfüllung aus dem Hauptlager nachdem diese Auswahlen bestätigt worden sind. Das Hauptlager wird auch ohne den üblichen Verzögerungen durch Papier- und Zeitauwand betrieben. EMI haben nämlich einen Radiofrequenz-Terminal-System von Belgravium eingeführt, das online Kommunikation zwischen den Mitarbeitern im Hauptlager und dem WMS ermöglicht.

Die Schmalspurgabelstapler im Hauptlager wählen die Nachfüllungsbestellungen aus und bewegen sie in den Förderkorb. Der Förderkorb hat einen einmaligen Identifikationscode und wird mit den entsprechenden Produkten nachgefüllt. Jede Auswahl wird direkt von dem WMS an das am Gabelstapler montierte RF-Datenterminal übertragen. Nachdem ein bestimmter Förderkorb nachgefüllt worden ist, wird er vom Gabelstaplerfahrer in einen Anlaufbereich befördert, und das WMS über das RF-Terminal aktualisiert.

Die nachgefüllten Förderkorbe werden dann manuell von Mitarbeitern mit Belgravium Portable-Terminals an die relevanten Lagerbereiche befördert. Der Nachfüllmitarbeiter gibt die Nummer seines Förderkorbs in das Radiofrequenzterminal ein und überträgt diese an das WMS. Das System reagiert mit Angaben darüber, welche Standorte mit den Produkten in dem Korb nachgefüllt werden sollen. Jede Nachfüllungsbestätigung wird per RF-Terminal an das WMS übertragen. Das System aktualisiert dann automatisch die Inventur des jeweiligen Auswahlstandorts.

Abgesehen von den Kosteneinsparungen durch die Neuinvestition in das Leamington Vetriebszentrum, hat auch der Kundendienst dramatisch davon profitiert. Die bisherige Frist für die Bearbeitung und Zusammenstellung von Bestellungen war 12.00 Uhr. Nun ist sie in Leamington 15.00 Uhr und die Geschäftsführung ist zuversichtlich, daß sie sich auf 17.00 Uhr verlängern läßt.

Der Betrieb in Leamington ermöglicht eine Auftragserfüllungsrate von 99,9%. Bei dem Betrieb in Hayes dagegen lag diese Zahl bei 90%. Vielleicht die bedeutendste Verbesserung des Kundendienstes ist die Zustellung von Bestellungen am folgenden Tage. In Hayes wurden 80% der Bestellungen, die bis 12.00 Uhr eingegangen waren, am folgenden Tag zugestellt. In Leamington sind es nun 98%.